Schwusos Sachsen-Anhalt

Dittmar: Der Kampf gegen Homophobie ist eine gemeinsame Aufgabe

Überregional

 

Anlässlich des morgigen Internationalen Tages gegen Homophobie (IDAHO) erklärt der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Lesben und Schwulen in der SPD (Schwusos), Ansgar Dittmar:


 

Am vergangenen Samstag hat Europa ein großes Zeichen der Akzeptanz ausgesandt, als mit dem jungen österreichischen Künstler Tom Neuwirth und seiner Kunstfigur Conchita Wurst ein Vertreter der LGBTI-Community den European Song Contest gewann. Das Zeichen währte nur kurz, denn kaum war der Gewinner bekannt gegeben, haben sich Hass und Häme in den sozialen Netzwerken ausgeschüttet.

 

Wir müssen leider feststellen, dass nach Jahren steigender gesellschaftlicher Akzeptanz wieder eine neue Welle von Homophobie in die deutsche Gesellschaft zurückgekehrt ist. Was jedoch fehlt, ist der gesellschaftliche Aufschrei. Ist es tatsächlich so, dass lesben- und schwulenfeindliche Tendenzen gesellschaftlich akzeptiert sind oder zumindest toleriert werden?

 

Eins muss uns allen klar sein - egal ob sich die feindlichen Tendenzen gegen Lesben, gegen Schwule, gegen trans- oder intersexuelle Menschen, gegen Migranten, gegen Menschen mit körperlichen Einschränkungen oder gegen das Geschlecht oder die Religion eines Menschen richten: Diese Tendenzen sind alle menschenfeindlich und müssen von jedem Menschen bekämpft werden. Es ist eine gemeinsame Aufgabe!

 

Wir brauchen eine neue Zivilcourage und die Bereitschaft, wieder „Stopp“ zu sagen und nicht nur daneben zu stehen und zuzuschauen. Wir brauchen Aufklärung, beginnend in den Schulen, die Ergänzung des Artikels 3 GG um die „sexuelle Identität“ und eine kritische Auseinandersetzung mit der Vergangenheit – insbesondere hinsichtlich der Schandurteile rund um den § 175 StGB, inklusive der Rehabilitierung und Entschädigung der verurteilten Opfer. Das sind Schritte, um der wiederkehrenden Homophobie entgegenzutreten.

 

Ein erster Schritt ist getan mit dem Gesetzentwurf gegen Hasskriminalität. Es bleibt abzuwarten, ob damit auch die Auftritte von Hasssängern, aber auch bewusst menschenfeindliche Delikte geahndet werden können.

Ein Tag wie der IDAHO ist wichtig, um daran zu erinnern, dass diese Gesellschaft ebenso offen und frei ist, wie sie intolerant und homophob ist. Aber die Erinnerung daran reicht nicht. Es muss an den 364 anderen Tagen gehandelt werden, damit sich etwas ändert!

 
 

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