Schwusos Sachsen-Anhalt

Grimm-Benne: Keine Diskriminierung bei Blutspende wegen sexueller Identität – Zulassung nach individuellem Risikoverhalt

Landespolitik

 

Der Landtag von Sachsen-Anhalt hat auf seiner Februarsitzung den Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen „Homosexuelle Männer nicht unter Generalverdacht stellen - Generellen Ausschluss homosexueller Männer von der Möglichkeit zur Blutspende aufheben sowie Abbau sonstiger gruppenbezogener Diskriminierung in Bezug auf die Blutspende-Regelungen“ beschlossen.

Danach wird die Landesregierung aufgefordert, „in geeigneter Weise darauf hinzuwirken, die bestehende Blutspende-Regelung, wonach homosexuelle Männer grundsätzlich von einer lebensrettenden Blutspende ausgeschlossen werden, aufzuheben“ und „in diesem Zusammenhang den Generalverdacht über homosexuelle Männer zu beenden und eine diskriminierungsfreie Regelung zu schaffen, in der statt der sexuellen Orientierung das Risikoverhalten bei Spenden abgefragt wird und gegebenenfalls zum Ausschluss führt.“

Dazu erklärt Petra Grimm-Benne, gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion: „Wenn jemand wegen seiner sexuellen Identität von der Blutspende ausgeschlossen wird, ist das eine eindeutige Diskriminierung und gesundheitspolitischer Unsinn.

Nach geltender Praxis werden bei wahrheitsgemäßer Beantwortung des Fragebogens zu Beginn einer Blutspende Homosexuelle von vornherein ausgeschlossen. Dahinter verbirgt sich ein genereller Verdacht, jeder Homosexuelle trägt potentiell infektiöses Blut in sich. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese in einer monogamen Beziehung oder mit wechselnden Sexualpartnern leben. Das ist natürlich Blödsinn. Zudem ist es aus gesundheitspolitisch absurd, in einer Situation, in der eine chronische Knappheit an Blutkonserven besteht, Spendewillige ohne medizinische Indikation abzuweisen.

Deshalb halten wir es für richtig, dass nicht die sexuelle Orientierung Ausschlag gebend für den Zugang zur Blutspende ist, sondern das individuelle Risikoverhalten. Der heutige Beschluss ist dabei ein großer Schritt in die richtige Richtung.“

 
 

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